Das neue Thüringer Kita-Gesetz

Das beitragsfreie Kita-Jahr

Familien werden um durchschnittlich
1.440 Euro pro Kind entlastet.

Im Freistaat Thüringen gilt ab dem 1. Januar 2018 ein neues Kita-Gesetz. Die wichtigste Neuerung: Das letzte Kindergartenjahr vor der Schule wird beitragsfrei. Darüber hinaus werden mit dem Gesetz deutliche Verbesserungen in der Betreuung erzielt und die Mitwirkungsrechte der Eltern ausgebaut.
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Das beitragsfreie Kita-Jahr

Eltern brauchen für das letzte Betreuungsjahr vor der Einschulung keine Kita-Beiträge mehr zu bezahlen.

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Ab dem 1. Januar 2018 führt Thüringen ein beitragsfreies Kita-Jahr ein. Dabei handelt es sich um das letzte Kindergartenjahr vor der Schule.

Das bedeutet: Eltern brauchen für das Betreuungsjahr vor der Einschulung keine Kita-Beiträge mehr zu bezahlen. Dies gilt für jährlich etwa 18.000 Vorschulkinder. Damit sparen Familien im Durchschnitt rund 1.440 Euro pro Kind.

Eltern brauchen dafür nichts weiter zu tun, außer ihren Dauerauftrag oder das Lastschriftverfahren zu löschen. Alles Weitere regeln das Land und die Kommunen. Praktisch funktioniert das so, dass die Kommunen die Zahl der Vorschulkinder an das Land melden und dafür einen finanziellen Ausgleich erhalten.

Dieser finanzielle Ausgleich entspricht zu einhundert Prozent den wegfallenden Elternbeiträgen. Das heißt, die Träger und Kommunen haben keinerlei Einbußen. Daher lassen sich Gebührenerhöhungen auch nicht mit dem neuen Kita-Gesetz begründen.

Das beitragsfreie Kita-Jahr ist eine große, aber lohnende Investition in die Kinderfreundlichkeit unseres Landes.

Verbesserung des Betreuungsschlüssels

Die Drei- bis Vierjährigen bekommen schrittweise mehr Erzieherinnen und Erzieher.

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Mädchen

Die Verbesserung des Betreuungsschlüssels ist eine der zentralen Forderungen wissenschaftlicher Studien. Für die Drei- bis Vierjährigen gibt es deshalb mit dem neuen Kita-Gesetz schrittweise mehr Erzieherinnen und Erzieher.

Im Moment betreut eine pädagogische Fachkraft in dieser Altersgruppe 16 Kinder. Ab August 2018 sollen es nur noch 14 Kinder sein und ab August 2019 nur noch zwölf. Damit werden die Gruppen verkleinert, die Erzieherinnen und Erzieher entlastet und es bleibt mehr Zeit für die frühkindliche Bildung und Erziehung. Dies gilt sowohl bei einer Betreuung im Kindergarten als auch in der Kindertagespflege.

Die Regelung tritt schrittweise jeweils zum August in Kraft, weil dann Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung abschließen und für Neueinstellungen zur Verfügung stehen.

Weitere Schritte zur Steigerung der Qualität in der Kita-Betreuung sollen mit der von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Qualitätsoffensive für die Kindertagesbetreuung folgen. Der Bund hat außerdem die dauerhafte Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel im Kita-Bereich zugesagt.

Lehrer

Stärkung der Kita-Leitungen

Große Kindertagesstätten bekommen mehr Personal für Leitungsaufgaben.

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Zusätzlich zum beitragsfreien Kita-Jahr wird es für größere Kindertageseinrichtungen mehr Personal für Leitungsaufgaben geben.

Rund die Hälfte aller Thüringer Kinder geht in einen Kindergarten mit mehr als einhundert Plätzen. Dahinter stehen große Herausforderungen für die Gruppenplanung, die fachliche Beratung der Erzieherteams, die Dokumentationspflichten und nicht zuletzt die Umsetzung pädagogischer Konzepte.

Bisher steht Kindertageseinrichtungen mit mehr als einhundert Kindern maximal eine volle Personalstelle für die Kita-Leitung zur Verfügung. Diese Kindertagesstätten erhalten nun bis zu einer halben Stelle für Leitungsaufgaben zusätzlich. Das heißt, dass beispielsweise auch eine stellvertretende Kita-Leiterin bis zu 20 Arbeitsstunden pro Woche für Leitungsaufgaben aufwenden kann.

Neben der Verbesserung des Betreuungsschlüssels ist die Stärkung von Kita-Leitungen eine der zentralen Forderungen wissenschaftlicher Studien. Kita-Leiterinnen und -Leiter leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in den Kindertageseinrichtungen. Mit dieser Gesetzesänderung steht ihnen zukünftig mehr Zeit für Elterngespräche, Familienbegleitung und die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzeption zur Verfügung.

Damit wird das gesamte Erzieherteam entlastet und eine dauerhafte Verbesserung der Kita-Qualität erreicht, die in den Einrichtungen deutlich zu spüren sein wird. Mit dieser Maßnahme nimmt Thüringen deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein.

Ausbau der Elternmitwirkung

Die Mitwirkungsrechte der Eltern an Kita-Entscheidungen werden gestärkt.

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Lehrer



Zu den Neuerungen des Kita-Gesetzes gehört auch der Ausbau der Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte für die Eltern, beispielsweise bei Personalentscheidungen, den Schließzeiten oder den Anhörungsrechten, wenn es um Gebührenerhöhungen geht.

Um mehr Kontinuität in der Arbeit der Elternbeiräte zu ermöglichen, wird deren Amtszeit auf allen Ebenen auf zwei Jahre verlängert.

Außerdem müssen Elternvertretungen mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes konsultiert werden, wenn der Träger der Einrichtung eine Beitragserhöhung plant. Elternbeiräte haben die Möglichkeit, die Gebühren- oder Entgeltkalkulationen einzusehen und zu hinterfragen. Ohne Transparenz über die Beweggründe kann es künftig keine Beitragserhöhungen mehr geben.

Die Elternbeiräte sind jeweils rechtzeitig und umfassend zu informieren, sodass ausreichend Zeit verbleibt, um Stellung zu nehmen.

Erklärvideo - Was ist neu?

Die Änderungen des neuen Kita-Gesetzes einfach und verständlich erklärt.

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Animation - Was bleibt erhalten?

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zur Kindertagesbetreuung in Thüringen.

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Häufig gestellte Fragen & Antworten

Hier finden Sie eine Zusammenstellung oft gestellter Fragen und der dazugehörigen Antworten.

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Junge

"Gleiche Bildungschancen beginnen schon in der Kita. Langfristig wollen wir, dass die Kita- Betreuung vollständig kostenlos wird. Das beitragsfreie Vorschuljahr ist dafür ein erster wichtiger Schritt. Es geht um die Kinderfreundlichkeit unseres Landes."

Helmut Holter Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport

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